GESCHICHTE ... noch in der Übersetzungsabteilung ... .

Zadní Tøebaò 

Startseite

UNSERE GEMEINDE
wer sind wir...

AKTUELL
Informationen und Veranstaltungen...

UNSERE ZEITUNG
für Sie...

MAIL
schreiben Sie uns...

GESCHICHTE
etwas aus der Historie...

FOTOGALERIE
mit dem Photoapparat...

...UND NOCH ETWAS DAZU
Gemeide, Leute und so...

Über die Existenz ZT´s erfahren wir schon in schriftlichen Aufzeichnungen aus dem Ende des ersten Jahrtausends. Man sprach noch nicht über ZT, sondern über "Tøebane"- Gemeinden, die an beiden Ufern des Flusses "Mže" (heute Berounka) bei der Mündung eines Baches der sich aus den Hängen der bewaldeten Berge ergießt.
Die ersten Einwohner siedelten hier längst bevor die erste Erwähnung in den königlichen oder fürstlichen Urkunden gefallen ist. Es war kein Wunder, der Fluß gab einen Überfluß an Fischen, der Wald gab die Möglichkeit zur Jagd, die Erde bot durch die Abholzung des Waldes erste Grundlagen für eine primitive Landwirtschalft.
Der Herrscher hielt die Gemeinden für prosperierend und schenkte sie im Jahr 1000 n.Cr. dem neu gegründeten Benediktinerkloster. Die Spendenurkunde des Fürsten Boleslav III. ist der erste Beweis für die Existenz ZT´s, außerdem schenkte er dem Ostrovsky-Kloster die Fischer in Drazove, Tøeban und Lahovice. Mit dem Schicksal dieses Klosters ist das Leben ZT´s bis in Jahr 1357 verbunden, als Karl IV. einige Dörfer vom Kloster abkaufte und sie zur Burg Karlstein angliederte. Unter diesen war auch der Teil Tøebans der der sich näher zur Burg befand, den man später den "Vorderen" nannte.
Hiermit begann die die Änderung der Stellung des Teil Tøebans der sich hinter dem Wasser, genannt "der Hintere" (zadní). Dieser Teil wechselt die Eigentümer immer wieder bis er im Jahr 1550 durch eienen Umtausch gegen "Trhove Dusniky" zur Burg angegliedert wird. Damit kamen beide unter die Verwaltung der Karlstein-Herrschaft, aber jeweils mit unterschiedlichen Stellungen und Pflichten. Aus diesem Grund findet man in der Geschichte dieser Gegend Vorders und Hinteres Tøeban. Die Namen "der Vordere" (Prední) und "der Hintere" (Zadní) bezieht sich auf die Lage zur Burg Karlstein. Der vordere Teil wurde später laut seiner eigenen Pflicht gleichzeitig "Hlasná" (Warte, Sprachrohr).
Der Ursprung des eigentlichen Namen Tøebans ist zwar nicht in bekannten historischen Quellen erwähnt, aber man vermutet daß er vom Wortstamm tøeb- mit der Bedeutung die im heutigen Verb tøibit (sortieren) liegt, in der alttschechichen Sprache: mytiti (ausrotten), klestiti (Wald lichten) und später auch cistiti (saubermachen). Ähnich sind auch Namen wie Tøebic, Tøebon oder Tøebova abgeleitet.

An der Wende vom ersten Jahrtausend war die Fläche der heutigen Tschechei nur teilweise besiedelt. Archeologische Endeckungen deuten darauf, daß an beiden Ufern des "Mže" ein Handelsweg verlief. Die Händler nutzten die hier Möglichkeit für den einfachen Übergang über den Fluß, den ihnen eine mächtige Flußschwelle bot, diese Schwelle mit dem höchsten Punkt ist wahrscheinlich die Position des heutigen Wehr´s.

Die primitive Landwirtschaft war damals keine Hauptnahrungsquelle, das waren die Fischerei und alles was der umgebene Urwald bot. Es existierten keine Steinbauten, nur niedrige Hütten bedeckt mit Stroh oder Schilfrohr aus dem umliegendem Moor, errichtet auf Holzpfählen pressten sich entlang des Baches an die Felsen. Diese verschwanden bei jedem Hochwasser, sehr oft samt deren Bewohner.
Die Einwohner ZT lebten seit die Menschen denken können mit der Korbflechterei. Die Weiden wachsen am besten an den feuchten Stellen entlang des Baches und Flusses. So grenzten die Tøebaner das Gebiet ab entlang des Mže bis zum Bach, das später Töpfergraben (hrnèíøská strouha) genannt wurde. Auf dessen Südseite befanden sich die "lužní" Wälder, die in mächtigen "brdské" Urwälder. Im Laufe der Zeit änderte sich das Gesicht der Landschaft, die Wälder wurden Stück für Stück abgeholzt und in Felder umgewandelt. Die Untergebenen ZT`s hatten die Pflicht die Burg mit Holz zu versorgen und Pferdewagen für die Burg bereitzuhalten, dagen die Herren aus Zadní Tøeban erfüllten Wach- und Meldedienste. Die Untertanen litten unter den Machtkämpfen zwischen den Ständen und dem König um die Besetzung des Amtes für den obersten Burggrafen Karlsteins.
Als im Jahre 1619 aus der Burg der Kronenschmuck und das Staatsarchiv weggebracht wurde, wurde durch kaiserliche Entscheidung die Burggrafschaft, die Institution der Ritter und die Fronarbeit abgeschafft. Seit dem Jahr 1625 gehört ZT (25 Siedlungen) zum Besitz der tschechischen Königinnen, später zu den österreichischen. Die Landhöfe und Katen sind schon aus Holzbalken gezimmert und mit Holzschindeln eingedeckt. Hinter den Wohnbauten waren Perde- und Kuhställe, dann kamen Schafställe und Scheunen. Den bewohnbare Teil stellen wir uns als ein großes Zimmer mit Kamin und einer Kammer vor. Die Gehöfte verfügten über keinen Zaun, diese Funktion erfüllten Dornengewächse. Seit der Zeit nach dem Dreisigjährigen Krieg konnte man in ZT 7 Bauernhöfe, 16 kleine Katen und eine Mühle finden. Laut den Aufzeichnungen aus dieser Zeit erfahren wir, daß die Mühle frei war und die Einwohner außer in den oben erwähnten Tätigkeiten auch in der Töpferei und im Handel tätig waren. Die Gemeinde stellte sich auf Landwirtschaft um, so daß sich dann auch benötigte Handwerke niederließen. Die zerstreuten kleinen Hütten um die Quelle des Trinkwassers
versteckten sich in den Feldern Richtung Svinaøe und Revnice. Der Gemeindevogt, von dem obersten Amt ernannt vertritt schon die Gemeinde. Von der Obrigkeit empfing er Befehle und hatte für die Umsetzung zu sorgen. Im Jahr 1694 wurde der erste bekannte Gemeindevogt ernannt. Die Steueranordung aus dem Jahr 1653, die als das erste und zuverlässiges Dokument bietet uns ein wahres Bild auch über ZT. Sie teilt die Einwohner in Bauern, "Kätner", Gärtner und "Häusler" auf. In den Aufzeichnungen stand auch die Anzahl der Schafmeister und Stallknechte, da auch die Schafzüchtung von schon Bedeutung war. Die Gemeinde bildete praktisch eine geschlossene Gemeinschaft. Die Kommunikation mit der Umgebung war aber sehr schlecht und in den Wintermonaten sehr oft auch unmöglich, da nur einfache Fahrwege oder Feldwege existierten.

Das 18. Jahrhundert brachte eine Reihe von Änderungen: die Abschaffung der Leibeigenschaft, das "Toleranz Patent", die Einführung des "Raabschen Systems" das die Stellung der tschechichen Bauern veränderte. Die "Raabisation" brachte ZT eine Steuerverringerung von 245 auf 235 Zloty. Am Ende des 18. Jahrhunderts zeichnet sich eine schwache soziale Abstufung ab (Rechtlose, "Häusler", Fischer, Flechter, "Kätner" und Bauern). Eine Sonderstellung nahmen die Flößer an.

Bei der Pflichtzählung 1770 hatte die Gemeinde 31 Bauwerke, bis im Jahr 1862 drei weitere dazukamen, dieser Zustand dauerte bis in Jahr 1901. Die Einwohner konnten meistens weder lesen noch schreiben. Eine rasante Änderung brachte erst das Ende des 19. Jahrhunderts durch die Wiedergeburt des Nationalbewustseins. Die Tøebaner Mühle wurde zum Asyl für diese Initiatoren. Der
Bekannteste unter Ihnen war der Sohn des damaligen Pächters František Fastr der Mühle, die damals der Familie Tùma gehörte. Die Mühle besuchte auch der Neffe Karal Tùma, später als Schriftsteller und Jurnalist bekannt. 1859 kam hierher auch nach 10-jähriger Gefangenschaft die bedeutsamste Persönlichkeit Dr. Karel Sladkovský.

Dieses Jahrhundert war gekennzeichnet von blutigen Kriegen. Am Anfang waren das die napoleonischen Feldzüge, in denen viele Bauern als Soldaten rekrutiert wurden. Nach Hause kamen sie dann zu Fuß mit schweren Erfrierungen und unheilbaren Krankheiten. Die Wirtschaft verfiel. Den nächsten Schlag verdankte man dem preußischen Krieg. Danach gab es kaum Pferdewagen und Menschen und es brach Cholera aus, der 11 Leute aus ZT zum Opfer fielen. Auch die Natur war gegen die Menschen, im Jahr 1872 überraschte die Gemeinde die größte Überschwemmung des Jahrhunderts nicht nur am Fluß, sondern auch am Bach. Den größten Durchbruch im Leben ZT brachte der Bau der Eisenbahn. Der Betrieb wurde am 15. Juni 1862 aufgenommen. Von Bedeutung auch der Bau der Lokalstrecke ZT - Lochovice, der 11 Jahre dauerte.

Das 20.Jh. kommt. In der Gemeinde wirken der Verein der freiwilligen Feuerwehr, der Lesezirkel, die Kriegsveteranen. Die Patrioten unter den Tøebanern gingen nach Revnice, da der Verein "Sokol" in ZT nicht gegründet wurde. Die Kinder aus ZT besuchen die in Revnice gegründete städtische Schule und nähern sich damit im Bildungsniveau den Städtern an.

Das Leben in ZT wird vom ersten Weltkrieg erschüttert, aus dem neun junge Männer nicht zurückkamen. Nach dem Krieg haben in die Gemeinde 6 Legionäre eingeheiratet, die während des Krieges in die Legion beigetreten sind, die für einen eigenständigen Staat gekämpft hatte. In Hälfte der 20-iger Jahre erreichte Tøeban eine große Naturkatastrophe, die die Gemeinde wörtlich erschütterte und damit ihre Gestalt veränderte. Die Wassermassen unterspülten den Bahndamm so, daß die Gleise in der Luft hingen. Trotzdem erweiterte sich die Gemeinde. Die Parzelierung der Felder bei der "Eiche" gab die Möglichkeit zum Neubau von Wohnhäusern, hauptsächlich für die Eisenbahner, die die Möglichkeit Kredite aufzunehmen ausnuzten und für die damalige Zeit bequeme und stabile Häuser bauten, die bis heute erhalten sind.

Bis zum zum Ende des zweiten Weltkrieges war der Maurer und Sozialdemokrat Rudolf Zuska Bürgermeister. Nach den kurzen zwanziger Jahren kommt wieder die Bedrohung durch den Krieg. Die Mütter, die vor 25 Jahren Ihre Männer in den Krieg verabschiedeten, müssen sich jetzt von ihren Söhnen trennen. Zum Kampf kam es jedoch nicht, sondern zur schmachvollen Kapitulation. Deren Auswirkung zeigte sich ein halbes Jahr später durch die Auflösung des eigenständigen tschecho-slovakischen Staates und die Besetzung durch deutsche Soldaten. Danach begannen für Tøebaò grausame Jahre. Der erste, der in Gefangenschaft kam war der Mieter der Mühle Václav Cánský. Die politische Verfolgung der Bürger wurde immer schlimmer. Junge Leute wurden in Deutschland als Arbeiter eingesetzt und mußten Tøebaò verlassen. Im Jahr 1944 war laut Befehl die "totale Kriegsmobilmachung" für die Industrie, sogar 16-jährige Knaben mußten 72 Stunden pro Woche arbeiten. Als der Krieg dem Ende zugeht, wird die Bahnlinie von amerikanischen Tieffliegern beschossen, der Wald ist voll mit Fallschirmspringern und Partisanen. Es beginnt der prager Aufstand. Durch Tøeban eilen die Truppen General Vlasovs zu Hilfe nach Prag. Sie kämpfen auch in Tøeban. Am 9. Mai wird der 19-jährige Stanislav Novák am Bauch verwundet und stirbt wenige Stunden später an seinen Verletzungen. Müde und noch mit dem Staub bedeckt von der Reise auf dem offenem Pritschenwagen kommen am 11. Mai die ersten Russen nach Tøeban. Durch Folter oder Hinrichtung in Konzentrationslagern kommen 13 Personen aus Zadní Tøeban ums Leben.

Im Historischen Jahr 1948 hinterließ der kommunistische Putsch auch in Zadní Tøeban seine Spuren, besonders im Denken und im Bewustsein der Menschen. Aus Tøeban gingen Junge Leute weg in die Emigration. Andere wurden später verhaftet und in konstruierten Prozessen verurteilt. Entweder kamen sie für viele Jahre ins Gefängnis oder für harte Arbeit in joachimstaler Bergwerke. Unter Zwang gründeten einige Bürger eine landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft und alle Landwirte mußten ihre Witschaftsmaschinen abgeben, damit war das gleichzeitig der Beginn der eigenen Liquidation. Politische Parteien existierten damals praktisch nicht. Funktionen und Stellen in Staat und Gemeinden waren besetzt mit regierungsfreundlichen Kommunisten unter Führung des Zentralkomitees der Sowjetunion. Als im Jahre 1968 das Volk aus der mißratenen Illusion Kommunismus zu erwachen beginnt, meldet sich der gesunde Kern der tøebaner Einwohner zu Wort. Sie werden aber erneut zum Schweigen gebracht, diesmal durch den Einmarsch der sowjetischen Besatzungsarmee. Dann vergehen weitere 20 Jahre bis zu einer politischen Veränderung. In den Jahren 1980 und 1981 waren große Hochwasser an der Berounka und am Bach. Das Sommerwasser kann man als Jahrhunderthochwasser bezeichnen. Niemand kam ums Leben aber der materielle Schaden betrug Millionen.
Am Ende der 80-iger erscheint in Zadní Tøeban die erste Zeitung, vorläufig hauptsächlich mit sportlichen Themen. Auf der anderen Seite zeigte sich aber bereits der Verfall der Moral. Dies äußerte sich durch Diebstahl und Vandalismus. Erstmals nach zehn Jahren wurde am 28. Oktober 1988 eine "Freie Feier" von der tøebaner Jugend veranstaltet, der gleichen Gruppe die bereits mit der Wiederbelebung der vergessenen volkstümlichen Traditionen begann. Der "staroèeske máje" (traditionelle Maifeier) und "masopusty" (Fasching) bekommt neuen Glanz und erfreut sich unter den Einwohnern großer Beliebtheit.

Am Anfang des Jahres 1989 erreicht Tøeban eine niederschmetternde Nachricht. Eine Versammlung von Studenten auf dem Wenzelsplatz, wo vor 20 Jahren der Student Jan Palach aus Protest gegen die sowjetische Besatzung verbrannte wurde brutal aufgelöst. Gewalt dämpfte jedes Bestreben nach der Freiheit. Die Situation eskalierte beim Masaker an Studenten auf der Nationalallee, das war das Signal für den entscheidenden Schritt geschlossen mit Risiko und Hoffnung gegen das alte Regime vorzugehen. Zadní Tøeban war eng verbunden mit diesem Geschehen. Bereits ab den ersten historischen Tagen versorgte der Student Miloslav Frýdl in Zadní Tøeban die Schaukästen mit Nachrichten aus der Hauptstadt, die von dem Volk aufmerksam gelesen wurde. Auf Anregung von Studenten wurde das "Obèansker Forum" gegründet. Auf einer einberufenen Versammlung verlangten die Bürger den Rücktritt der Kommunisten aus all ihren leitenden Funktionen in der Gemeinde, und so geschah es dann auch. Die Tøebaner räumten die Gemeinde endgültig auf. Es begann ein neues Leben.

Die Jugend gibt zweimal monatlich die eigene tøebaner Zeitung "Naše noviny" (Unsere Zeitung) heraus. Traditionen und Brauchtum werden nicht nur wegen dessen Schönheit von der Gruppe Jugendlicher um "Naše noviny" gepflegt, sondern auch wegen der kulturellen Bedeutung für die gesamte Region. "Staroèeske Máje", "masopusty" und "vanoèní idyla" üben einen nichtwiederholbaren Reiz aus. Alle zwei Monate fand eine öffentliche Sitzung statt, auf der sich die Bürger mit den Ergebnissen und Vorhaben auseinandersetzten. Während des Jahres meldeten 86 Personen Gewerbe an. Bei den Komunalwahlen 1994 wurde der Techniker Lubomír Schneider, der unabhängige Kanditat der Partei ODS gewählt. Im Jahr 2000 feierte die Gemeinde mit Stolz Ihre 1000-jährige Existenz.

František Sedivý

Übersetzung Kateøina Zavadilová